Pflegeeinrichtungen bewegen sich heute in einem hochkomplexen System: akuter Fachkräftemangel, zunehmender Dokumentationsdruck und dichte Prüfintervalle durch den Medizinischen Dienst (MD). Unter diesem Druck bleibt in der Praxis häufig zu wenig Zeit, um alle Expertenstandards konsequent umzusetzen.
Besonders die Erstaufnahme neuer Bewohner*innen ist ein neuralgischer Punkt: Innerhalb von 24 Stunden müssen umfangreiche Informationen erhoben, Risiken eingeschätzt und Pflegemaßnahmen geplant werden – parallel zum laufenden Betrieb. Studien zeigen, dass bei einem erheblichen Teil der Neuaufnahmen Risikoeinschätzungen unvollständig oder verspätet vorliegen.
Die Folgen sind gravierend: vermeidbare Risiken, Komplikationen, unnötige Krankenhausaufenthalte und erhöhte Haftungsrisiken für Einrichtungen. Gleichzeitig fehlen Zeit, Struktur und Personal, um diesen Prozess intern so abzubilden, wie es die Qualitätsanforderungen verlangen.
