SIS in der Pflege: So gelingt die strukturierte Informationssammlung

14 March 2025 /

Kategorie : Pflegedokumentation

Schlagwörter : Sis ,Pflegedokumentation ,Pflegeplanung

Post Thumbnail

Warum die SIS heute Standard ist

Die Strukturierte Informationssammlung (SIS) ist Herzstück vieler moderner Pflegedokumentationsmodelle in Deutschland. Sie bündelt alle relevanten Informationen zur Lebenssituation, Gesundheit und Selbstständigkeit eines Menschen in wenigen, klar strukturierten Themenfeldern – und bildet so die Grundlage für eine individuelle Pflegeplanung.

Richtig genutzt, reduziert die SIS Dokumentationsaufwand, macht Entscheidungen nachvollziehbar und unterstützt Einrichtungen dabei, gesetzlichen Anforderungen und Expertenstandards gerecht zu werden.

Die sechs Themenfelder der SIS im Überblick

  1. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten – Wie gut versteht und verarbeitet der Mensch Informationen? Wie drückt er sich aus?
  2. Mobilität und Beweglichkeit – Gehen, Aufstehen, Transfers, Sturzrisiko.
  3. Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen – Diagnosen, Therapien, Schmerzen, Medikation.
  4. Selbstversorgung – Körperpflege, An- und Auskleiden, Essen und Trinken, Ausscheidung.
  5. Leben in sozialen Beziehungen – Familie, soziale Kontakte, Rollenbilder, Einsamkeit.
  6. Haushaltsführung – Alltagsorganisation, Einkaufen, Haushaltsaufgaben.

Viele Einrichtungen kombinieren diese Themenfelder mit digitalen Dokumentationssystemen und klaren Leitfragen, um die Erfassung zu erleichtern (Gesund.bund.de).

Typische Stolpersteine bei der SIS-Erhebung

Zu viel Text, zu wenig Struktur

Wenn freie Textfelder ohne Leitplanken genutzt werden, entsteht schnell ein „Roman“, der im Alltag niemandem hilft. Besser sind kurze, prägnante Formulierungen, die direkt auf Risiken, Ressourcen und Bedarfe hinweisen.

Fehlende Verknüpfung zur Maßnahmenplanung

Die SIS ist kein Selbstzweck. Informationen aus der SIS müssen sichtbar in Ziele, Maßnahmen und Evaluation einfließen. Sonst bleibt unklar, wie aus der Analyse konkrete Pflege wird – ein häufiger Kritikpunkt bei Prüfungen.

Einmal erhoben, nie wieder aktualisiert

Leben, Gesundheit und Ressourcen verändern sich – die SIS muss mitgehen. Besonders nach Krankenhausaufenthalten, Stürzen oder deutlichen Veränderungen im Alltag sollte eine Aktualisierung erfolgen.

So wird die SIS zum Entlastungs- statt Zeitfresser

Klare Leitfragen und Schulung des Teams

Schlüssig ist, mit einheitlichen Fragen je Themenfeld zu arbeiten und Mitarbeitende gezielt zu schulen. Studien zeigen, dass digitale Unterstützung und strukturierte Hilfen die Akzeptanz erhöhen und Prozesse beschleunigen (VDSP Studien).

Digitale Dokumentation sinnvoll nutzen

Digitale Systeme können dabei helfen, Eingabefehler zu vermeiden, Pflichtfelder zu kennzeichnen und Zusammenhänge zwischen SIS, Maßnahmenplanung und Evaluation sichtbar zu machen (Gesund.bund.de). Wichtig ist, dass Masken zur Realität des Pflegealltags passen – sonst entsteht Frust.

Erhebung auslagern, Pflegealltag entlasten

Gerade bei Neuaufnahmen kostet die strukturierte Ersterhebung viel Zeit. Externe Fachpartner können diesen Prozess übernehmen, die SIS vollständig ausarbeiten und der Einrichtung eine praxistaugliche, MD-konforme Grundlage liefern. Das entlastet Pflegeteams und sorgt für einen konsistenten Start in die Versorgung.

Fazit: Gute SIS – gute Pflegeplanung

Eine professionell durchgeführte SIS macht Bedürfnisse, Risiken und Ressourcen klar sichtbar – und unterstützt Teams dabei, individuelle, wirksame Pflege zu planen. Einrichtungen, die hier in klare Strukturen, Schulung und ggf. externe Unterstützung investieren, reduzieren Dokumentationsaufwand und verbessern gleichzeitig die Versorgungsqualität.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie die Ersterhebung und Pflegedokumentation bei Neuaufnahmen in Ihrer Einrichtung verschlanken können, sprechen Sie uns an: Kontakt aufnehmen.

comments powered by Disqus