Digitalisierung in der Pflege: Chancen für stationäre Einrichtungen

14 March 2025 /

Kategorie : Digitalisierung

Schlagwörter : Digitalisierung ,Telematikinfrastruktur ,Pflegeheim

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Warum Digitalisierung jetzt keine Option mehr ist

Der Pflegebedarf steigt, gleichzeitig bleibt die Zahl der Fachkräfte begrenzt. Ohne digitale Unterstützung lassen sich Dokumentationspflichten, Kommunikation mit Ärzt:innen und Behörden sowie interne Prozesse kaum noch effizient bewältigen. Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) wird in den kommenden Jahren stufenweise verpflichtend – Einrichtungen, die hier nicht nachziehen, geraten ins Hintertreffen (CGM).

Digitalisierung ist damit kein „nice to have“ mehr, sondern Grundvoraussetzung für Qualität, Wirtschaftlichkeit und Attraktivität als Arbeitgeber.

Wichtige Bausteine der Digitalisierung im Pflegeheim

Elektronische Pflegedokumentation

Digitale Dokumentationssysteme reduzieren Medienbrüche, machen Informationen schneller auffindbar und unterstützen Teams bei der Einhaltung von Fristen und Standards. Besonders in Kombination mit strukturierten Modellen wie der SIS lassen sich Aufnahme- und Pflegeplanungsprozesse deutlich verschlanken (Gesund.bund.de).

Telematikinfrastruktur und sichere Kommunikation

Über die TI erhalten Pflegeeinrichtungen Zugang zu Anwendungen wie elektronischer Patientenakte, E-Verordnungen oder sicherer Kommunikation mit Ärzt:innen und Apotheken. Das erleichtert Abstimmungen, reduziert Telefonaufwand und verbessert die Informationslage im Alltag (CGM).

Sensorik, Assistenzsysteme und KI

Sensorik zur Sturz- oder Weglauftendenz, digitale Unterstützungsangebote oder KI-gestützte Risikoanalysen können Pflegekräfte entlasten und gleichzeitig Sicherheit erhöhen. Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer IGD zeigen, wie solche Lösungen praktisch eingesetzt werden können (Fraunhofer IGD).

Fördermittel nutzen: Digitalisierung finanzierbar machen

Digitalisierung ist mit Investitionen verbunden – in Technik, Schulungen und Prozessanpassung. Gleichzeitig stehen Einrichtungen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung, etwa nach § 8 Abs. 8 SGB XI für digitale Ausstattungen und Fortbildungen sowie Landes- und Bundesprogramme zur Unterstützung der digitalen Transformation (Bundesgesundheitsblatt).

Wer Fördermittel systematisch prüft und in eine klare Digitalstrategie einbettet, kann Kosten deutlich senken und Projekte schneller umsetzen.

Erfolgsfaktoren: So gelingt die Einführung im Alltag

  1. Klarer Projektplan: Ziele, Verantwortlichkeiten, Zeitplan und Meilensteine definieren.
  2. Mitarbeitende früh einbinden: Sorgen und Fragen ernst nehmen, Schulungen anbieten, Superuser benennen.
  3. Prozesse zuerst denken, dann Technik: Digitale Lösungen sollen bestehende Abläufe unterstützen – nicht noch komplizierter machen.
  4. Klein starten, groß denken: Mit Pilotbereichen beginnen, Erfahrungen sammeln und dann ausrollen.

Digitalisierung als Grundlage für Entlastung und Qualität

Richtig umgesetzt schafft Digitalisierung Freiräume: weniger Doppelarbeit, bessere Informationsflüsse, sicherere Entscheidungen. Für Pflegeeinrichtungen ist sie zugleich ein wichtiges Argument im Wettbewerb um Fachkräfte – moderne Arbeitsumgebungen werden zunehmend erwartet.

Wenn Sie prüfen möchten, wie Sie insbesondere Aufnahme- und Dokumentationsprozesse digitaler und schlanker gestalten können, unterstützen wir Sie gern: Kontakt aufnehmen.

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