Expertenstandards in der Pflege: Was Einrichtungen wissen müssen

14 March 2025 /

Kategorie : Qualitätssicherung

Schlagwörter : Expertenstandards ,Qualität ,Pflegeheim

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Warum Expertenstandards mehr sind als „nice to have“

Expertenstandards sind bundesweit anerkannte, wissenschaftlich fundierte Standards zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität. Sie betreffen zentrale Themen wie Dekubitusprophylaxe, Schmerzmanagement oder Sturzprophylaxe – also Bereiche, die in jeder stationären Einrichtung eine große Rolle spielen.

Seit 2023 haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen verändert: Expertenstandards sind noch stärker als Maßstab dafür zu sehen, wie fachgerechte Pflege auszusehen hat (Wikipedia: Expertenstandard).

Die wichtigsten Expertenstandards im Überblick

Zu den bekanntesten Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) gehören u. a.:

  • Dekubitusprophylaxe in der Pflege
  • Schmerzmanagement in der Pflege
  • Sturzprophylaxe in der Pflege
  • Förderung der Harnkontinenz in der Pflege
  • Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung

Für stationäre Einrichtungen ist es entscheidend, die für ihre Bewohnerstruktur relevanten Standards zu identifizieren und systematisch umzusetzen.

Rechtliche Bedeutung und Rolle bei MD-Prüfungen

Auch wenn Expertenstandards formal keine Gesetze sind, werden sie von Gerichten und vom Medizinischen Dienst als fachlicher Maßstab herangezogen. Werden sie ignoriert oder nur auf dem Papier umgesetzt, kann das im Schadensfall haftungsrechtliche Konsequenzen haben.

Prüfer:innen des MD schauen daher nicht nur darauf, ob ein Standard „vorhanden“ ist, sondern ob seine Inhalte im Alltag erkennbar gelebt und in der Dokumentation sichtbar werden (Digitale Technologien in der Pflege).

Umsetzung in der Praxis: Vom Papier in den Alltag

1. Standards verständlich aufbereiten

Lange Textdokumente allein helfen dem Team wenig. Erfolgreiche Einrichtungen bereiten Expertenstandards in Form von praxisnahen Leitfäden, Checklisten und Schulungsmodulen auf – abgestimmt auf die eigene Bewohnerstruktur.

2. Prozesse und Dokumentation anpassen

Expertenstandards haben Folgen für Assessment, Pflegeplanung, Maßnahmen und Evaluation. Das sollte sich in Formularen, digitalen Masken und Arbeitsabläufen widerspiegeln. Wichtig ist, dass Zusammenhänge nachvollziehbar sind: vom Risiko über die Maßnahme bis zum Ergebnis.

3. Schulung und kontinuierliche Reflexion

Einmalige Schulungen reichen nicht. Regelmäßige Fallbesprechungen, interne Audits und kurze Refresh-Formate helfen, Standards lebendig zu halten und neue Mitarbeitende einzubinden.

Expertenstandards, Digitalisierung und externe Unterstützung

Digitale Systeme können dabei helfen, die Anforderungen der Expertenstandards besser umzusetzen – etwa durch Pflichtfelder, Erinnerungsfunktionen oder strukturierte Auswertungen. Gleichzeitig braucht es gute Prozessgestaltung, damit Technik nicht zur zusätzlichen Belastung wird.

Externe Partner können Einrichtungen unterstützen, indem sie z. B. bei Neuaufnahmen alle relevanten Risiko- und Expertenstandards-Aspekte strukturiert erheben und in eine konsistente Dokumentation überführen. So ist die Basis gelegt, auf der das Team im Alltag aufbauen kann.

Fazit: Expertenstandards als Chance begreifen

Richtig umgesetzt helfen Expertenstandards, Pflegequalität sichtbar zu machen, Risiken zu reduzieren und MD-Prüfungen gelassener zu begegnen. Wer sie nicht nur formal, sondern praktisch verankert – unterstützt durch gute Dokumentation und klare Prozesse –, stärkt damit Bewohner:innen, Mitarbeitende und die Zukunftsfähigkeit der Einrichtung.

Wenn Sie Ihre Dokumentation und Prozesse entlang der Expertenstandards stärker ausrichten möchten, unterstützen wir Sie gern mit strukturierten Aufnahme- und Dokumentationsleistungen: Kontakt aufnehmen.

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